Nachrichten / NRW & Welt

Ein Toter bei Sturm in NRW

Mit heftigen Orkanböen fegt der erste große Herbststurm über Nordrhein-Westfalen hinweg. Der Wind reißt etliche Bäume um.

Brilon (dpa/lnw) - Sturmtief "Sebastian" hat in Nordrhein-Westfalen mindestens ein Todesopfer gefordert. Ein vom Sturm entwurzelter Baum erschlug im Hochsauerlandkreis einen Mann. Der 53-Jährige führte am frühen Mittwochnachmittag bei Brilon Vermessungsarbeiten an einem Wald aus, als das Unglück geschah. Eine etwa 20 Meter hohe Fichte fiel auf ihn. Der Bauleiter fand den Mann und alarmierte den Rettungsdienst, teilte die Polizei mit. Die Bergung gestaltete sich wegen des starken Windes sehr schwierig. Ein weiterer Baum fiel um.

Im Kreis Gütersloh sind zwei Autoinsassen schwer verletzt worden, als ein Baum auf den fahrenden Kleinwagen stürzte. Die 58 Jahre alte Fahrerin und ihr 63-jähriger Beifahrer wurden eingeklemmt, teilte die Polizei mit. Feuerwehrmänner beseitigten den Baum, der in Marienfeld umfiel. Die Einsatzkräfte befreiten die nicht lebensgefährlich verletzten Insassen und brachten sie in Krankenhäuser. Im ebenfalls zum Kreis Gütersloh gehörenden Brockhagen beschädigte ein umfallender Baum zwei Autos erheblich. Die Fahrer blieben aber unverletzt.

In Münster wurde eine Frau wurde durch eine zersplitternde Glastür verletzt. Der Wind erfasste Dachziegel und entwurzelte Bäume. Autos wurden beschädigt. Auch im Kreis Steinfurt gingen viele Anrufe bei der Polizei ein. Zwei Frauen wurden bei einem Aquaplaning-Unfall verletzt. In der Gemeinde Lotte stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus.

"Sebastian" richtete am Mittwoch auch in anderen Teilen des Landes Schäden an Autos und Gebäuden an. Neben Bäumen fielen Werbetafeln, Bauzäune und Wahlplakate um. Auch Telefonleitungen wurden beschädigt. Auf Straßen und einer Reihe von Schienenwegen war Geduld gefragt.

"Sebastian" behinderte den Fernverkehr der Deutschen Bahn. Nach Auskunft eines Unternehmenssprechers waren mehrere IC-Linien betroffen. So konnte der Intercity von Köln nach Norddeich am Nachmittag wegen Sturmschäden in Niedersachsen nicht fahren. Auch Fernverkehrsverbindungen durch das Ruhrgebiet über Münster in Richtung Hamburg und Ostsee waren betroffen. Zum Teil wurden Züge in Dortmund abgestellt, andere IC wurden über Hannover umgeleitet.

Bereits am Morgen war bei Gummersbach ein Zug mit einem Geäst kollidiert. Die Reisenden mussten in Busse umsteigen. Die Strecke blieb zwei Stunden gesperrt. Zwischen Gruiten und Solingen mussten am Morgen Züge über Wuppertal und Düsseldorf umgeleitet werden. Ein Streckenstück bei Drensteinfurt im Münsterland war wegen eines umgefallenen Baumes zeitweise nur eingleisig befahrbar.

Wegen der starken Windböen schloss der Wuppertaler Zoo am Mittag zwischenzeitlich seine Pforten. Die Duisburger Polizei meldete am Mittag eine größere Zahl wetterbedingter Einsätze im Stadtgebiet. Mehrere geparkte Autos wurden durch herabfallende Äste beschädigt.

Laut Deutschem Wetterdienst musste in NRW den ganzen Mittwoch über mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern pro Stunde gerechnet werden. Im Aachener Raum, Münsterland, Ostwestfalen und in den Gipfellagen von Rothaargebirge und Eifel waren laut Prognose Böen von bis zu 100 Stundenkilometern möglich. Erst in der Nacht zum Donnerstag sollte sich die Lage in NRW allmählich beruhigen.

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