Kino

Cinedom
Tel. Kartenreservierung:
01805 - 24 63 62 99
(täglich von 10 bis 21 Uhr)
0,14 €/Min. aus dem dt. Festnetz, max. 0,42 €/Min. aus dt. Mobilfunknetz, zzgl. 0,50 € Aufschlag je Ticket

SinisterTrügerisch harmlos

Blut, Gedärme und abgetrennte Gliedmaßen sind eklig, keine Frage. Doch der eigentliche Grusel findet eher auf der psychischen Ebene statt. Sein Publikum wohlig erschauern zu lassen, das ist die wahre Kunst des Horrorkinos. Scott Derrickson, der bereits mit "Der Exorzismus der Emily Rose" (2005) bewies, dass er sein Handwerk versteht, schickt in seinem gekonnt choreografierten Schocker "Sinister" nun Ethan Hawke durch seine ganz persönliche Hölle. Rückendeckung holt er sich dabei von Produzent Jason Blum, der der "Paranormal Activity"-Reihe zu wahren Höhenflügen verhalf. Was macht es bei solch klangvollen Namen schon aus, dass es der Story gelegentlich etwas an Logik und Substanz mangelt?

Kriminalautor Ellison Oswalt (Hawke) schreibt für sein Leben gerne über echte Mordfälle und braucht dringend einen weiteren Besteller, um die Haushaltskasse wieder ins Plus zu bringen. Eine geeignete Story wittert er in einem beschaulichen Nest in Pennsylvania, wo gerade eine Familie aufs Grausamste hingerichtet wurde. Auf welche Weise, das erfährt der Zuschauer in einer geduldigen, langen Einstellung direkt in der surreal anmutenden Eröffnungssequenz: Vier Körper baumeln noch zappelnd am dicken Ast eines Baumes, der sich im Garten des Hauses befindet, in das Oswalt bald darauf mit seiner Frau Tracy (Juliet Rylance) und den beiden Kindern Trevor (Michael Hall D'Addario) und Ashley (Clare Foley) einzieht.

Kaum eingerichtet, verbarrikadiert sich der manische Schriftsteller in seinem Büro, um eine seltsame Kiste mit Super-8-Filmen, die auf dem Dachboden herumstand, genauer unter die Lupe zu nehmen. Harmlose Titel wie "Barbecue '79" oder "Pool Party '66" suggerieren, dass es sich um Familienvideos handelt.

mehr Bilder

Einmal in den Projektor eingelegt, entpuppen sich die Filme jedoch als die markerschütternden Dokumente der Auslöschung ganzer Familien. Kaltschnäuzig und barbarisch geht der Mörder, aus dessen Blickwinkel die grausigen Aufnahmen entstanden, zu Werke. Das Geschehen wird nur in Ansätzen und nie voyeuristisch gezeigt - der Rest spielt sich im Kopf ab. Dadurch verfehlt der Schockeffekt seine Wirkung nicht.

Je tiefer sich Ellison in den Fall hineinarbeitet, desto mehr Parallelen erkennt er zwischen den einzelnen Tötungen und desto mehr scheint er den Bezug zur Realität zu verlieren. War die Fratze, die er soeben im dunklen Garten sah, real oder nur Einbildung? Woher kommen die merkwürdigen Geräusche, die nachts das Haus beherrschen? Und wieso schaltet sich der Projektor - ebenfalls immer nachts - selbstständig ein?

Weshalb Ellisons geräuschvolle nächtliche Umtriebe nicht die gesamte Familie aufwecken, bleibt unklar - ebenso wie die genauen Hintergründe der übersinnlichen Komponente, die im Laufe der Story recht holprig ins Spiel kommt. Dass Ellisons Frau wenig begeistert von dessen Besessenheit ist, wird hingegen bei jeder sich bietenden Gelegenheit in einfallslosen Dialogen breitgetreten. Regisseur Derrickson, der auch das Drehbuch verfasste, bediente sich bei der Entwicklung von Charakteren und Handlung für seine Geschichte mehrfach in der Klischee-Kiste.

Diesen Mangel macht er durch das Cineastische allerdings in Teilen wett: Die Kamera klebt förmlich an Hawke und gestattet weder ihm noch den Kinogängern, Abstand zu den Geschehnissen zu gewinnen. Die Nerven der Zuseher bleiben nicht zuletzt dank des effektreichen Scores bis aufs Äußerste gespannt - zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Showdown vorhersehbar wird. Ganz ohne Blut, Gedärme und abgetrennte Gliedmaßen kommt dann auch der spannungsaffine Scott Derrickson nicht aus.

Christina Freko

Kinofilm
Filmbewertungüberzeugend
FilmnameSinister
OriginaltitelSinister
Starttermin22.11.2012
RegisseurScott Derrickson
GenreHorror
SchauspielerEthan Hawke
SchauspielerJuliet Rylance
SchauspielerFred Dalton Thompson
Entstehungszeitraum2012
LandUSA
Freigabealter16
VerleihWild Bunch
Laufzeit113 Min.
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


Versenden Drucken

Weitere Artikel


präsentiert vom
Cinedom

Auge um Auge
FSK ab 16 Jahren

Aktuell im Cinedom

Das gesamte Kinoprogramm des Cinedoms der laufenden Woche:

Kinostarts

Film-Starts

Film-Archiv

Suchen Sie im Radio Köln Film-Archiv anhand eines Titels oder eines Darstellers nach Filmkritiken.

  
DVD-Filme

Erfahren Sie mehr über die neu erschienenen DVDs in den aktuellen Besprechungen.

DVD Neuerscheinungen

Ticketshop

Sichern Sie sich im Radio Köln Ticketshop die Tickets Ihrer Wunschveranstaltung!

Anzeige
Zur Startseite