APB - All Points Bulletin
Guter Cop, böser Gangster, maues Spiel


Räuber und Gendarm mal anders: "APB -
All Points Bulletin" ist ein Online-Action-Titel, in dem
sich gute Cops und böse Gangster um die Stadt San Paro
zanken.
© EA
Dass eine an sich gute Idee nicht automatisch ein
gewitztes Spiel nach sich zieht, beweist EAs
Mehrspieler-Actiontitel "APB - All Points Bulletin".
Dieses moderne Räuber-und-Gendarm-Spiel, das auf den ersten
Blick wie ein "GTA Online" wirkt, bietet in erster
Linie eine miese Handhabe, altbackene Grafik und gepflegte
Langeweile fürs viele Geld.
Recht und Ordnung oder Chaos pur? In den Straßen der
fiktiven Metropole San Paro kämpfen Gangs und
rechtschaffende Bürger, die sich selbst Vollstrecker nennen,
um die Vorherrschaft. Das Besondere daran: Jeder
Gesetzeshüter und jeder Verbrecher wird von einem
menschlichen Spieler kontrolliert, "APB" kann nur
online im Internet gespielt werden.
An sich eine großartige Voraussetzung für viele
spannende Gefechte - schließlich kann keine künstliche
Intelligenz wie ein Mensch agieren. Dumm nur, dass sich beim
fortwährenden Duell zwischen guten Cops und bösen
Gangstern ausgerechnet die Spielbalance als die größte
Spaßbremse entpuppt.
Denn wie bei einem Online-Titel üblich steigen die Akteure
von "APB" im Lauf der Zeit im Rang auf und verdienen
dabei reichlich Geld, mit dem wiederum neue Klamotten, Waffen,
Autos und vor allem Upgrades erworben werden können. Das
Problem: Das Programm lässt in den Aufträgen, die immer
wieder per Funk eintrudeln, auch blutige Anfänger gegen
hochgezüchtete Cop- und Gangsterveteranen antreten, die
aufgrund ihrer Talente und Ausrüstung kaum zu bezwingen
sind. Da tröstet es auch nicht, dass die Rücksetzpunkte
während der Einsätze fair gesetzt sind und weite
Laufwege ersparen, wenn der eigene Charakter zwei Minuten
später wieder sein Leben aushaucht.
Aber nicht nur die Balance in der virtuellen Bronx, auch das
fummelige, unübersichtliche Inventar, die erschreckend
detailarme und lieblose Grafik sowie die Fahrzeugsteuerung sind
geradezu kriminell. Die Vehikel steuern sich schwammiger, als die
Polizei erlaubt, Unfälle und Frustmomente sind da
vorprogrammiert.
Schade, denn eigentlich könnte "APB" eine
spaßige Sache sein: Das Suchen und Finden einer Gruppe von
Mitspielern ist ein Leichtes. Und sollte ein halbwegs
eingespieltes Team die Straßen (un)sicher machen, kommt
tatsächlich so etwas wie Spaß auf - trotz
eintöniger, weil ähnlich aufgebauter Missionen. Auch
die Erschaffung des eigenen Charakters sowie die
Modifikationsmöglichkeiten von Figur und Einsatzwagen sind
enorm, was später allerdings nur gegen Bares in
Spielwährung vollzogen werden kann.
Apropos: "APB" setzt auf ein eigenwilliges
Bezahlsystem. Der Erwerb des Spiels beinhaltet 50 Stunden
Spielzeit. Ist diese aufgebraucht, müssen für die
"Actiongebiete" weitere Zeitkontingente gekauft werden
- 20 Stunden reine Spielzeit schlagen mit rund 6,30 Euro zu
Buche, 30 Tage gibt's für 8,99 Euro. Die
Sozial-Distrikte bleiben indes kostenlos.
Fazit: So vielversprechend die ursprüngliche Idee von
"APB" auch gewesen sein mag - die Umsetzung gleicht
einer kleinen Katastrophe. Der Online-Shooter krankt an kahler
Optik, öden Missionen und schlechter Handhabe. Ob da Patches
überhaupt noch helfen?
Alexander Hildebrand| APB - All Points Bulletin | | Erhältlich ab | 01.07.2010 |
| Hersteller | Realtime Worlds |
| Vertrieb | Electronic Arts |
| Genre | Action |
| Multiplayer | Online |
| Schwierigkeit | Anfänger, Fortgeschrittene |
| Alter | Ab |
| Sonstiges | Minimum CPU mit 2,0 GHz, 2 GB RAM, 15 GB freier
Festplattenspeicher, 3D-Grafikkarte mit 256 MB RAM und Shader
3.0, Internet-Verbindung |
| Preis | ca. 50 Euro |
| Bewertung | | Grafik | Sound | Steuerung | Spielspaß | Gesamt |
| ausreichend | befriedigend | ausreichend | ausreichend | ausreichend |
Erhältlich für:
PC
Quelle: "teleschau - der mediendienst"