Games / Spieletests

Secret of ManaKlassiker leiden länger

Das in Fernost unter dem Titel "Seiken Densetsu 2" veröffentlichte "Secret of Mana" wurde 1994 auch im Westen Kult: Squaresofts Abenteuer für das 16-Bit-Super-Nintendo vereinte zum ersten Mal die Action-Adventure-Logik eines "Legend of Zelda" mit Spiel-Mechanismen aus "Final Fantasy" und anderen Japan-Rollenspielen. 25 Jahre nach dem Start des Japan-Originals bekommt der Pixel-Klassiker ein PS4-Remake: mit neuer Grafik, überarbeitetem Gameplay und frischen Features.

Ob jene Gamer, die den Genre-Klassiker nachholen wollen, zuerst die überarbeitete Version spielen sollten, ist allerdings fraglich: Weil die Neuauflage ursprünglich für Sonys Hosentaschen-Konsole PS Vita entwickelt wurde, wirkt sie auf einem großen Bildschirm ein wenig plump. Grobschlächtige Akteure ohne nennenswerte Mimik, matschige Texturen und ungeschickt in Szene gesetzte Nahaufnahmen machen das PlayStation-"Mana" nicht unbedingt zum zeitgemäßen Remake. Wer zum Beispiel ein "Super Nintendo Mini" oder den Virtual-Console-Port für Nintendos Wii sein Eigen nennt, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er für das zwar überarbeitete, aber nicht unbedingt verschönerte Abenteuer 40 Euro hinlegen will.

Hat man dagegen eine ausgeprägte Pixel- und Retro-Allergie, kann man die Anschaffung zumindest in Erwägung ziehen: Die Geschichte um einen verwaisten Helden, der auszieht, um gegen ein böses Imperium und dessen Reaktivierung einer alten Massenvernichtungswaffe zu kämpfen, wurde überraschend vorbildgetreu nachgebaut.

Wer das Remake direkt mit dem Original vergleicht, der kann sicher sein, dass er jede Säule, jede Statue, jeden Baum und sogar jeden einzelnen Grasbüschel genau dort wieder entdeckt, wo er auch ursprünglich schon zu finden war. Sogar die Farbwahl und Texturen entsprechen dem alten "Secret of Mana". Gäbe es einen Pokal für Akkuratesse und Originaltreue bei Remakes - das neue "Mana" hätte ihn verdient.

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Wer sich auf den Nachbau einlässt, ohne die Vorlage zu kennen, bekommt dabei vor allem ein Lehrstück in Sachen Game-Design serviert: "Secret of Mana" revolutionierte vor 25 Jahren sein Genre, weil es einen für Adventures neuartigen, lokalen Dreispieler-Koop-Modus und Rollenspiel-Bausteine wie Erfahrungsstufen oder steigerbare Waffen-Fertigkeiten mitbrachte.

Das Resultat ist ein Abenteuer, auf das man sich - ob nun mit oder ohne Pixel - gezielt einlassen muss. Trotzdem hätte Square-Enix dem Ganzen noch etwas Feinschliff angedeihen lassen können: Fehlende Effekte, eine dürftige Präsentation und Ladepausen nerven.

Per Menü darf man von der modernen Pop-Version auf die Original-Musik umschalten - oder von der modernen Übersichtskarte zur Super-Nintendo-Grafik von einst. Ausgesprochene Geschmackssache ist wiederum die neue Übersetzung der Bildschirmtexte: "Pogopuschel" und die "Lindenstraße" guckende Goblins gehören der Vergangenheit an. Manch einen wird's freuen, ein anderer den herzerwärmenden Blödsinn von anno dazumal vermissen.

Wer die Wahl hat, sollte übrigens zur bisher nur digital erhältlichen PS-Vita-Fassung greifen: Auf dem Handheld-Display fällt die grobe 3D-Grafik weniger auf. Das Cross-Buy-Feature wird leider nicht unterstützt, man muss sich zwischen PS4 und Vita entscheiden muss.

Robert Bannert

Game
SpielnameSecret of Mana
HerstellerSquare Enix
VertriebKoch Media
Erhältlich ab00.00.0000
Bewertung Gesamtbefriedigend

Erhältlich für:
PlayStation

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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