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NSU Zschäpe muss lebenslang hinter Gitter

Im NSU-Prozess sind alle fünf Angeklagten schuldig gesprochen worden. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe muss unter anderem wegen zehnfachen Mordes lebenslang ins Gefängnis. Die Mitangeklagten bekamen Haftstrafen zwischen 2,5 Jahren und 10 Jahren.


Bei Beate Zschäpe stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest. Das heißt, eine vorzeitige Haftentlassung ist so gut wie ausgeschlossen.

Zschäpe wurde wegen Beteiligung an den Morden des NSU verurteilt, aber auch wegen Mittäterschaft an den beiden Bombenanschlägen in Köln - 2001 in der Probsteigasse und 2004 in Keupstraße - sowie wegen 15 Raubüberfällen. Ihre Anwälte haben bereits angekündigt, Revision einlegen zu wollen.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich zum Urteil geäußert: Die Stadtgesellschaft habe nun die Aufgabe, die Opfer der Anschläge, die durch die diskriminierende Behandlung danach ein zweites Mal zu Opfern wurden, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Nach der Urteilsverkündung sind am Mittwochnachmittag in der Mülheimer Keupstraße viele Menschen zusammengekommen: Mit Kundgebungen, Reden, Musik und Schweigeminuten wurde noch einmal der Opfer der zahlreichen NSU-Verbrechen gedacht.

DITIB, Mili Görüs und die Initiative Keupstraße ist überall üben aber auch massive Kritik an der Aufklärung der NSU-Taten. Es ist noch nicht vorbei, sagen sie. Das Terror-Trio um Beate Zschäpe habe Unterstützer und eventuell Mittäter, die immer noch frei herumlaufen. Alle drei Organisationen bemängeln, dass das Versprechen von Bundesregierung und Behörden, die Verbrechen des NSU lückenlos aufzuklären, nicht gehalten wurde. Vor und während des Prozesses wurden beispielsweise Akten geschreddert und Zeugen nicht befragt. Alle Helfer und Hintermänner aufzudecken und sie gerecht zu bestrafen, sei den Behörden nicht gelungen.
(11.07.2018, SRDÜ)


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