Musik / CD

Wer schon einmal in Portugal war, der hat dort sicher auch schon Fado gehört. Um das traditionelle portugiesische Musikgenre kommt man genauso wenig herum wie um das Nationalgericht Bacalhau oder die anmutige Schwermut, die in so vielen alten Gassen in der Luft hängt. Diese Schwermut ist auch ein essenzieller Bestandteil des Fado. Zu den erfolgreichsten (und umstrittensten) Vertreterinnen des Genres gehört Carminho. Die 34-jährige Sängerin aus Lissabon besitzt mit ihrer unverwechselbaren Stimme genau den Tiefgang und die Leidenschaft, die der Fado braucht. Mit "Maria" geht sie nun einmal mehr neue Wege, ohne dabei den Kern der Musik aus den Augen zu verlieren.

Tradition trifft Moderne

"Maria" ist mittlerweile Carminhos (bürgerlich Maria do Carmo de Carvalho Rebelo de Andrade) fünftes Album und wahrscheinlich ihr persönlichstes. Sie hat die meisten Songs auf dieser Platte selbst geschrieben und folgt in "ihrem" Fado modernen Ansätzen, die hier noch deutlicher als auf den vorangegangenen Alben in den Fokus rücken. Damit zeigt Carminho, die von Fado-Puristen immer wieder kritisiert wird: Diese Musik ist mehr als nur der Gesang einer kraftvollen und zugleich zerbrechlichen Stimme zu traditioneller Instrumentierung.

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Zum Fado gehören neben dem Gesang auch die (portugiesische) Gitarre und ferner die Bassgitarre. Für diese Parts konnte Carminho zahlreiche prominente Mitstreiter gewinnen: Bernardo Couto, José Manuel Neto und Luis Guerreiro sind nur drei von zahlreichen Stars der Szene, die auf "Maria" mitwirken. Vor allem aber glänzen auf diesem Album diejenigen Titel, die eben gerade nicht in die klassische Besetzung hineinpassen. Da ist etwa der erste Track "A Tecedeira", den Carminho komplett A cappella vorträgt, und an anderer Stelle setzt die Musikerin auch mal Steel- oder E-Gitarre ein ("Estrela"). Hier zeigt sich Carminho besonders wandlungsfähig und ideenreich, ohne jedoch die Wurzeln des Fado abzuschneiden.

So bleibt der Fado lebendig

Die Portugiesin, die einst als "neue Stimme des Fado" gefeiert wurde und in ihrer Heimat regelmäßig die Spitze der Charts erobert, gilt als die derzeit beste und innovativste Künstlerin des Fachs. Traditionalisten werden sich mit den modernen Ideen auf "Maria" wieder schwertun, aber auch für sie hat Carminho passende Titel im Gepäck. Gerade wenn die sie die verschiedenen regional geprägten Spielarten des Fado beleuchtet, etwa den Fado Latino, dann zeigt sie, dass sie es durchaus auch ganz klassisch kann.

Vor allem aber für Neulinge, die gerade erst anfangen, den Fado für sich zu entdecken, ist "Maria" ein echtes Erlebnis. Carminho versteht es, die Herzen der Hörer auf vielen verschiedenen Wegen zu erreichen, und vor allem sorgt sie dafür, dass der Fado lebendig bleibt. Sausade (Sehnsucht) klang noch nie so schön und vielseitig!

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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