Musik / CD

Ice Cube ist ein Original. Als Gründungsmitglied und wichtigster Songwriter der US-amerikanischen Rap-Gruppe N.W.A. steht der inzwischen 49-Jährige seit Ende der 1980er-Jahre in den Geschichtsbüchern: Er gilt als Mit-Initiator des sogenannten "Gangsta-Rap". Über die Jahrzehnte arbeitete O'Shea Jackson, so sein bürgerlicher Name, mit HipHop-Größen wie Public Enemy, 2Pac oder Snoop Dogg, ebenso wie mit David Bowie, den Nu-Metal-Pionieren von Korn und Funk-Legende George Clinton. Nun hat Ice Cube "Everythangs Corrupt" veröffentlicht, sein erstes Album seit acht Jahren. Darauf konzentriert sich der Westcoast-Rap-Pate einmal mehr auf seine Spezialitäten: brettharte G-Funk-Beats und schonungslose Sozialkritik.

Den Ice Cube von der Straße gibt es nicht mehr

Schon Anfang der 90-er, als die Kritik an Polizeigewalt, Korruption und Rassismus gegenüber den afroamerikanischen Bevölkerungsteilen der USA immer stärker in die Öffentlichkeit drang, thematisierte Cube seine gesellschaftspolitischen Ansichten in ähnlicher musikalischen Umgebung wie nun auf "Everythangs Corrput". Auch das oftmals bedenkliche Frauenbild und der Drogenmissbrauch mancher Rapper waren immer wieder Gegenstand seiner Musik. Alben wie "AmeriKKKa's Most Wanted" (1990) oder "The Predator" (1992) gelten heute als Klassiker. Mit HipHop-Produzenten wie Dr.Dre oder der Bomb Squad erlangte Cube zum Ende des letzten Jahrtausends eine so große Popularität, dass er auch begann, in Filmen mitzuspielen, etwa in "Anaconda", der "xXx"-Reihe oder "22 Jump Street". Und genau hier liegt das Problem von "Everythangs Corrupt".

Das zehnte Studioalbum präsentiert einen Ice Cube, der längst als Superstar wahrgenommen wird und sich vielleicht auch selbst so versteht. Ice Cube kann aus einer privilegierten Position heraus auf die aktuelle Lage der USA blicken - er ist ein reicher Alt-Rapper. Wenn er also auf durchaus zeitgemäßen Synthesizer-Instrumentals wie "Don't Bring Me No Bag", "Bad Dope" oder "On Them Pills" über die Probleme mit Drogen und deren Verkauf in den sozialen Brennpunkten spricht, wirkt das nicht unmittelbar und beklemmend, sondern erstaunlich distanziert.

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Vorsicht, Mr. Trump!

Dass die USA aktuell eine Medikamenten-Krise durchleben, in deren Verlauf bereits unzählige Menschen von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln abhängig wurden, hat Jackson erkannt. Die Lebensrealität eines Multimillionärs, der kürzlich sogar eine eigene Basektball-Liga gründete, sieht allerdings anders aus. Seine Feststellungen, dass chemische Drogen heute populärer sind als das einst von ihm gehuldigte Marihuana, hören sich da fast etwas bieder an.

Trotzdem hat er sein Sozialbewusstsein nicht verloren und kann zumindest auf politischem Parkett punkten. Auf "Arrest The President" etwa, wenn er den aktuellen US-Präsidenten Donald Trump scharf angeht. Oder auf dem Track "Good Cop Bad Cop", der mit pompösen Bläser-Sätzen und drückenden Bässen das polizeiliche Messen mit zweierlei Maß offenlegt. Ice Cube rennt seiner Form nicht hinterher, doch auf "Everythangs Corrupt" brilliert er nur mit Ideen, die er schon vor 25 Jahren hatte. Bei einem geschätzten Vermögen von rund 160 Millionen Dollar reicht das aber auch für die nächsten 25 Jahre.

Audio CD
Bewertungakzeptabel
CD-TitelEverythangs Corrupt
Bandname/InterpretIce Cube
GenreHipHop
Erhältlich ab07.12.2018
LabelInterscope
VertriebUniversal Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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